Neumagen / Mosel 22. bis 24. März 2008 (Rest von Ostern)

                             

     

Zum Glück sind Ostereier bunt und nicht weiß!

- Ostern mit Schneegestöber -

 

Nach dem wir Saarbrückens Wirtschaft ausreichend gefördert hatten, machten wir uns am Samstag Nachmittag bei schönstem Frühlingswetter auf den Weg an die Mosel. Leider entwickelte sich die Witterung dann doch nicht so gut. Im Hunsrück ereilte uns der nächste Schneesturm, der uns auch bis zur Mosel runter nicht in Ruhe lassen wollte. Erst in Trittenheim ging der Schnee dann doch noch gnädigerweise in Regen über. Wir waren echt froh, recht gute Winterreifen zu haben. Als wir die B63 entlangfuhren konnten wir am anderen Moselufer einen Stellplatz mit einigen WoMo`s sehen. Hurra, es war nicht mehr weit. Nach dem wir dann in Neumagen-Drohn reinfuhren, natürlich mit "hilfreicher" Unterstützung unseres Navis, entschied sich das kleine Mistding, dass wir doch falsch sind und wollte uns immer wieder zurück schicken. Das klappte in den etwas engen Gassen natürlich nicht so gut und so fuhren wir mal einfach in die zuvor erkannte Richtung. Dort angekommen begrüßte uns etwas überraschend ein Schild:

Wir waren im Yachthafen angekommen, wo es ebenfalls jede Menge WoMo-Stellplätze gibt. Ausgesucht hatten wir uns jedoch den Stellplatz Kettern, der gemäß Bordatlas mitten im Weinberg liegen soll. Dass es am Yachthafen ebenfalls Stellplätze gibt, hat der Redaktion vom Bordatlas noch keiner verraten. Nun gut, das hieß für uns testen und melden, damit die Buchführung wieder stimmt. Schnell fanden wir auch ein schönes Plätzchen und konnten uns an den Strom hängen. Der Untergrund besteht aus Split und ist sehr sauber. Alle Stellflächen sind unauffällig parzelliert. Zur Anmeldung muss man ins Hafenbüro, dass sich in einem umgebauten Schiff befindet.

Dort befinden sich auch die Sanitäranlagen, die durch die Stellplatzbesucher genutzt werden können. Die Toiletten und Duschen sind sehr sauber und echt empfehlenswert. Direkt neben der Sanitär-Arche mit Hafenbüro befindet sich die Entsorgung für die Chemietoilette und auf dem Platz davor der Ablassbereich für den Grauwassertank. Bei der Anmeldung zahlt man pro Tag und Wohnmobil 5 Euro. Hinzu kommen 2 Euro für Strom und Wasser und (sofern man möchte) weitere 2 Euro pro Person für die Benutzung der Sanitäranlagen. Hierfür muss man außerdem 10 Euro Pfand für den Schlüssel hinterlegen. Der Stellplatzpreis gilt jedoch nur für WoMo`s bis 8m Länge. Alle Dickschifffahrer müssen pro Tag 8 Euro bezahlen. Im Ganzen haben wir für den Stellplatz pro Tag 11 Euro bezahlt. Wir sind aber der Meinung, dass dieser Preis dort durchaus gerechtfertigt ist und dass sich der Besuch gelohnt hat!

Ach ja, in der Sanitär Arche steht auch eine Waschmaschine und ein Wäschetrockner, die nach Absprache mit dem Betreiberehepaar und gegen Gebühr genutzt werden können. Wie teuer das ist, wissen wir jedoch nicht.

Eine kleine Panne gab es aber. Da ich nicht mit dem Schlüsselpfand gerechnet hatte, musste ich noch einen EC-Automaten finden. Die Platzchefin gab mir auch bereitwillig Auskunft, wo eine Sparkasse und eine Volksbank zu finden ist. Allerdings habe ich die Infos nicht wirklich zielführend verarbeitet, was Kira und mir einen einstündigen Spaziergang durch Neumagen bei strömenden Regen einbrachte. Zunächst lernten wir, dass Neumagen-Drohn (wie der Ort vollständig heißt) der älteste Weinort an der Mosel ist. Anschließend entdeckten wir noch einen kleinen privaten Stellplatz bei einem Winzer. Langsam dämmerte es mir aber, dass ich falsch sein muss. Leider fand ich bis zum Ortsausgang keinen Einheimischen, der sich bei dem Sauwetter mal vor die Tür traut. Erst am Ortsaugang, schaffte eine nette Frau ihren Müll raus und erklärte mir, dass ich wieder zurück laufen muss, um eine Bank zu finden. So ein Sch.... Aber was solls. Nass waren sowohl der Hund als auch ich. Darauf kam es jetzt auch nicht mehr an. Zurück im Ort musste ich erkennen, dass sowohl Volksbank als auch Sparkasse nur 5 Gehminuten vom Stellplatz entfernt sind. Dafür hatte ich jedoch schon einiges vom Ort gesehen und konnte am Sonntag mit meinen umfangreichen Ortskenntnissen gegenüber Bianka angeben.

 

Nach dem ich die noch fälligen Gebühren bezahlen konnte ging es erst mal zurück ins WoMo zum Trockenlegen. Mit unserem Hund wurde sogar gespielt.

Anschließend überzeugten wir uns noch von der hervorragenden Qualität der Duschen und mir wurde endlich wieder warm.

 

 

Gegen Abend zog dann noch Nebel über den Berg auf aber der Regen ließ nach. Also machten wir noch eine kurze Erkundungstour. Besonders ansprechend fanden wir die Speisekarte der Brasserie, die direkt am Stellplatz zu finden ist. Damit war dann das Abendprogramm für Ostersonntag auch geklärt.

 

 

 

Als wir ins Bett krabbelten wunderten wir uns schon, dass eines der WoMo`s umgezogen ist. Am Morgen sahen wir dann auch den Grund dafür. Der Wasserstand der Mosel ist in der Nacht auf Grund der Schnee- und Regenfälle soweit angestiegen, dass das Wasser doch etwas auf den Stellplatz krabbeln konnte. Offensichtlich hatte die Hymerbesatzung Angst vor nassen Füßen (was wir durchaus verstehen konnten). Ob Kira Angst vor Hochwasser hat oder eher gierig auf die Schwäne war, haben wir an dem Wochenende nicht herausbekommen. Toll war auf jeden Fall, dass sich das Wetter drastisch besserte; die Sonne kam raus auch wenn der Wind doch recht frisch war.

 

Um das schöne Wetter auszunutzen, machten wir einen gemütlichen Spaziergang durch die Gemeinde. Zuvor erkundigten wir uns jedoch noch nach der Hochwasserprognose. Der Platzbetreiber konnte uns jedoch beruhigen und kündigte an, dass der Pegel bis zum Abend um ca. 50m sinken wird, wie es dann auch tatsächlich kam.

 

Im Ort selbst gibt es einiges zu entdecken, vor allem, wenn man sich etwas für Geschichte interessiert und kleine, enge Gässchen mag. Neben der kleinsten Weinstube des ältesten Moselweinortes fanden wir diverse Spuren aus der Römerzeit und zahlreiche Hinweistafeln, die dem interessierten Leser die Geschichte näher bringen.

Aber auch kulinarisch hat der Ort einiges zu bieten. Es gibt mehrere Konditoreien, die auch Sonn- und Feiertags geöffnet haben. Des weiteren (typisch Mosel) gibt es natürlich viele Weinstuben, die zu Verkostungen einladen sowie mehrere Hotels und Restaurants im Ort. Geht man wieder runter zum Fluss findet man noch einen schön angelegten Spielplatz in direkter Nähe zum Stellplatz und einem Campingplatz, der sich ebenfalls direkt an den Yachtafen anschließt.

 

Zurück auf dem Stellplatz entdeckten wir dann noch direkt hinter der Sanitär-Arche einen schön angelegten Grillplatz, der durch die Stellplatzbesucher genutzt werden kann. Nach einer gepflegten Mittagsruhe kehrten wir in die Brasserie am Platz ein und genossen das erste Eis der Saison.

Das fand auch Kira ganz spannend.

Diese kurze Stippvisite bestärkte uns auch darin, dass Abendbrot wieder in die Brasserie zu verlegen. Hier empfiehlt es sich aber, einen Tisch zu reservieren, da das Lokal sehr gut besucht ist. Bianka hatte Perlhuhnbrust im Speckmantel mit Rösti und Champignonrahmsauce. Ich genoss eine Schnitzelplatte mit Steinpilzsauce und Pommes. Wir waren beide echt begeistert. So vollgefuttert freuten wir uns auf unser Bettchen.

Der Ostermontag überraschte uns dann doch noch wieder mal mit Schnee. Das machte uns dann doch schon etwas Sorgen für den Rückweg, da wir ja wieder auf den Berg hinauf müssen. Aus diesem Grund beschlossen wir, doch etwas zeitiger in Richtung Heimat aufzubrechen.

 

 

Allerdings nahmen wir uns noch die Zeit, unser eigentliches Ziel, den Stellplatz Kettern im Ortsteil Drohn, zu besuchen. Auch dieser Platz seiht ganz nett aus, allerdings weiß ich nicht, wie stabil die Wiese ist. Ob bei dem Mistwetter alle aus eigener Kraft vom Stellplatz gekommen sind, wäre mal interessant zu wissen. Gemäß Bordatlas kostet dieser Platz 4,50 Euro pro WoMo, 1,50 Euro für Strom und für Dusche und WC werden pro Person nochmals 2 Euro fällig.

 

 

Auf dem Heimweg winkten wir noch einmal dem Stellplatz am Yachthafen und beschlossen, hier noch mal im Sommer Station zu machen. Ob das noch in diesem Jahr passieren wird, wissen wir noch nicht. Schließlich erwarten wir Nachwuchs im Juni und dann drehen sich die Uhren doch etwas anders.

Uns hat der Platz und die Umgebung sehr gefallen, deshalb sind wir unserem verwirrten Navi auch nicht böse. Dass der Stellplatz noch nicht im Bordatlas steht, verstehen wir jedoch nicht.

 

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