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Zum Glück sind Ostereier bunt und nicht weiß!
- Ostern mit Schneegestöber -

Nach
dem wir Saarbrückens Wirtschaft ausreichend gefördert hatten, machten wir uns am
Samstag Nachmittag bei schönstem Frühlingswetter auf den Weg an die Mosel.
Leider entwickelte sich die Witterung dann doch nicht so gut. Im Hunsrück
ereilte uns der nächste Schneesturm, der uns auch bis zur Mosel runter nicht in
Ruhe lassen wollte. Erst in Trittenheim ging der Schnee dann doch noch
gnädigerweise in Regen über. Wir waren echt froh, recht gute Winterreifen zu
haben. Als wir die B63 entlangfuhren konnten wir am anderen Moselufer einen
Stellplatz mit einigen WoMo`s sehen. Hurra, es war nicht mehr weit. Nach dem wir
dann in
Neumagen-Drohn reinfuhren, natürlich mit "hilfreicher" Unterstützung
unseres Navis, entschied sich das kleine Mistding, dass wir doch falsch sind und
wollte uns immer wieder zurück schicken. Das klappte in den etwas engen Gassen
natürlich nicht so gut und so fuhren wir mal einfach in die zuvor erkannte
Richtung. Dort angekommen begrüßte uns etwas überraschend ein Schild:
Wir
waren im
Yachthafen angekommen, wo es ebenfalls jede
Menge WoMo-Stellplätze gibt. Ausgesucht hatten wir uns jedoch den Stellplatz
Kettern, der gemäß Bordatlas mitten im Weinberg liegen soll. Dass es am
Yachthafen ebenfalls Stellplätze gibt, hat der Redaktion vom Bordatlas noch
keiner verraten. Nun gut, das hieß für uns testen und melden, damit die
Buchführung wieder stimmt. Schnell fanden wir auch ein schönes Plätzchen und
konnten uns an den Strom hängen. Der Untergrund besteht aus Split und ist sehr
sauber. Alle Stellflächen sind unauffällig parzelliert. Zur Anmeldung muss man
ins Hafenbüro, dass sich in einem umgebauten Schiff befindet.
Dort
befinden sich auch die Sanitäranlagen, die durch die Stellplatzbesucher genutzt
werden können. Die Toiletten und Duschen sind sehr sauber und echt
empfehlenswert. Direkt neben der Sanitär-Arche mit Hafenbüro befindet sich die
Entsorgung für die Chemietoilette und auf dem Platz davor der Ablassbereich für
den Grauwassertank. Bei der Anmeldung zahlt man pro Tag und Wohnmobil 5 Euro.
Hinzu kommen 2 Euro für Strom und Wasser und (sofern man möchte) weitere 2 Euro
pro Person für die Benutzung der Sanitäranlagen. Hierfür muss man außerdem 10
Euro Pfand für den Schlüssel hinterlegen. Der Stellplatzpreis gilt jedoch nur
für WoMo`s bis 8m Länge. Alle Dickschifffahrer müssen pro Tag 8 Euro bezahlen.
Im Ganzen haben wir für den Stellplatz pro Tag 11 Euro bezahlt. Wir sind aber
der Meinung, dass dieser Preis dort durchaus gerechtfertigt ist und dass sich
der Besuch gelohnt hat!
Ach ja, in der Sanitär Arche steht auch eine Waschmaschine und ein Wäschetrockner, die nach Absprache mit dem Betreiberehepaar und gegen Gebühr genutzt werden können. Wie teuer das ist, wissen wir jedoch nicht.
Eine
kleine Panne gab es aber. Da ich nicht mit dem Schlüsselpfand gerechnet hatte,
musste ich noch einen EC-Automaten finden. Die Platzchefin gab mir auch
bereitwillig Auskunft, wo eine Sparkasse und eine Volksbank zu finden ist.
Allerdings habe ich die Infos nicht wirklich zielführend verarbeitet, was Kira
und mir einen einstündigen Spaziergang durch Neumagen bei strömenden Regen
einbrachte. Zunächst lernten wir, dass Neumagen-Drohn (wie der Ort vollständig
heißt) der älteste Weinort an der Mosel ist. Anschließend entdeckten wir noch
einen kleinen privaten Stellplatz bei einem Winzer. Langsam dämmerte es mir
aber, dass ich falsch sein muss. Leider fand ich bis zum Ortsausgang keinen
Einheimischen, der sich bei dem Sauwetter mal vor die Tür traut. Erst am
Ortsaugang, schaffte eine nette Frau ihren Müll raus und erklärte mir, dass ich
wieder zurück laufen muss, um eine Bank zu finden. So ein Sch.... Aber was solls.
Nass waren sowohl der Hund als auch ich. Darauf kam es jetzt auch nicht mehr an.
Zurück im Ort musste ich erkennen, dass sowohl Volksbank als auch Sparkasse nur
5 Gehminuten vom Stellplatz entfernt sind. Dafür hatte ich jedoch schon einiges
vom Ort gesehen und konnte am Sonntag mit meinen umfangreichen Ortskenntnissen
gegenüber Bianka angeben.
Nach
dem ich die noch fälligen Gebühren bezahlen konnte ging es erst mal zurück ins
WoMo zum Trockenlegen. Mit unserem Hund wurde sogar gespielt.
Anschließend überzeugten wir uns noch von der hervorragenden Qualität der Duschen und mir wurde endlich wieder warm.
Gegen
Abend zog dann noch Nebel über den Berg auf aber der Regen ließ nach. Also
machten wir noch eine kurze Erkundungstour. Besonders ansprechend fanden wir die
Speisekarte der Brasserie, die direkt am Stellplatz zu finden ist. Damit war
dann das Abendprogramm für Ostersonntag auch geklärt.
Als
wir ins Bett krabbelten wunderten wir uns schon, dass eines der WoMo`s umgezogen
ist. Am Morgen sahen wir dann auch den Grund dafür. Der Wasserstand der Mosel
ist in der Nacht auf Grund der Schnee- und Regenfälle soweit angestiegen, dass
das Wasser doch etwas auf den Stellplatz krabbeln konnte. Offensichtlich hatte
die Hymerbesatzung Angst vor nassen Füßen (was wir durchaus verstehen konnten).
Ob Kira Angst vor Hochwasser hat oder eher gierig auf die Schwäne war, haben wir
an dem Wochenende nicht herausbekommen. Toll war auf jeden Fall, dass sich das
Wetter drastisch besserte; die Sonne kam raus auch wenn der Wind doch recht
frisch war.
Um
das schöne Wetter auszunutzen, machten wir einen gemütlichen Spaziergang durch
die Gemeinde. Zuvor erkundigten wir uns jedoch noch nach der Hochwasserprognose.
Der Platzbetreiber konnte uns jedoch beruhigen und kündigte an, dass der Pegel
bis zum Abend um ca. 50m sinken wird, wie es dann auch tatsächlich kam.
Im
Ort selbst gibt es einiges zu entdecken, vor allem, wenn man sich etwas für
Geschichte interessiert und kleine, enge Gässchen mag. Neben der kleinsten
Weinstube des ältesten Moselweinortes fanden wir diverse Spuren aus der
Römerzeit und zahlreiche Hinweistafeln, die dem interessierten Leser die
Geschichte näher bringen.
Aber
auch kulinarisch hat der Ort einiges zu bieten. Es gibt mehrere Konditoreien,
die auch Sonn- und Feiertags geöffnet haben. Des weiteren (typisch Mosel) gibt
es natürlich viele Weinstuben, die zu Verkostungen einladen sowie mehrere Hotels
und Restaurants im Ort. Geht man wieder runter zum Fluss findet man noch einen
schön angelegten Spielplatz in direkter Nähe zum Stellplatz und einem
Campingplatz, der sich ebenfalls direkt an den Yachtafen anschließt.
Zurück
auf dem Stellplatz entdeckten wir dann noch direkt hinter der Sanitär-Arche
einen schön angelegten Grillplatz, der durch die Stellplatzbesucher genutzt
werden kann. Nach einer gepflegten Mittagsruhe kehrten wir in die Brasserie am
Platz ein und genossen das erste Eis der Saison.
Das fand auch Kira ganz spannend.
Diese kurze Stippvisite bestärkte uns auch darin, dass Abendbrot wieder in die Brasserie zu verlegen. Hier empfiehlt es sich aber, einen Tisch zu reservieren, da das Lokal sehr gut besucht ist. Bianka hatte Perlhuhnbrust im Speckmantel mit Rösti und Champignonrahmsauce. Ich genoss eine Schnitzelplatte mit Steinpilzsauce und Pommes. Wir waren beide echt begeistert. So vollgefuttert freuten wir uns auf unser Bettchen.
Der
Ostermontag überraschte uns dann doch noch wieder mal mit Schnee. Das machte uns
dann doch schon etwas Sorgen für den Rückweg, da wir ja wieder auf den Berg
hinauf müssen. Aus diesem Grund beschlossen wir, doch etwas zeitiger in Richtung
Heimat aufzubrechen.
Allerdings
nahmen wir uns noch die Zeit, unser eigentliches Ziel, den Stellplatz Kettern im
Ortsteil Drohn, zu besuchen. Auch dieser Platz seiht ganz nett aus, allerdings
weiß ich nicht, wie stabil die Wiese ist. Ob bei dem Mistwetter alle aus eigener
Kraft vom Stellplatz gekommen sind, wäre mal interessant zu wissen. Gemäß
Bordatlas kostet dieser Platz 4,50 Euro pro WoMo, 1,50 Euro für Strom und für
Dusche und WC werden pro Person nochmals 2 Euro fällig.
Auf dem Heimweg winkten wir noch einmal dem Stellplatz am Yachthafen und beschlossen, hier noch mal im Sommer Station zu machen. Ob das noch in diesem Jahr passieren wird, wissen wir noch nicht. Schließlich erwarten wir Nachwuchs im Juni und dann drehen sich die Uhren doch etwas anders.
Uns hat der Platz und die Umgebung sehr gefallen, deshalb sind wir unserem verwirrten Navi auch nicht böse. Dass der Stellplatz noch nicht im Bordatlas steht, verstehen wir jedoch nicht.
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